Martin Backhaus- Bass

Ausbildung
Martin Backhaus wurde in Berlin geboren. Nach seinem Studium an der Hochschule der Künste Berlin (heute UdK) setzte er seine sängerische Ausbildung unter anderem bei George Fortune (Deutsche Oper Berlin), Scott Weir, Fred Nahr und zuletzt Elisabeth Fischer fort.

Historische Aufführungspraxis
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Alten Musik. Mit dem von ihm gegründeten Solo-Ensemble Cantori d´Orfeo gewann er 1988 beim Concorso Polifonico Guido d´Arezzo den 2. Preis. Seine Erfahrung mit Renaissancemusik, die er im renommierten Huelgas-Ensemble unter Paul van Nevel machte, flossen in die Arbeit mit seinem später gegründeten Gesualdo-Ensemble, Berlin ein.

Meisterkurse bei Harry van der Kamp, Lucy van Dael und Konrad Hünteler, sowie seine Engagements bei Thomas Hengelbrock, Herrmann Max, Phillip Herreweghe, Vocal-Consort Berlin, Cantus Thuringia u.a. vertieften seine Kenntnisse der Historischen Aufführungspraxis.

Solistisches Repertoire
Die Kirchenmusik ist ein zentraler Bestandteil seiner Konzerttätigkeit. So singt er zum Beispiel die Bass-Partien in den großen Oratorien, darunter Bachs Matthäus-Passion, Johannes-Passion, Weihnachtsoratorium und h-Moll-Messe, Händels Messias, Haydns Schöpfung, Mozarts und Brahms’ Requiem oder Mendelssohns Elias.

Liederabende
Eine besondere Herzensangelegenheit sind für Martin Backhaus Liederabende. Die Winterreise von Franz Schubert war ein wesentlicher Auslöser für seinen Wunsch, Sänger zu werden. Sein Repertoire umfasst nicht nur die Großmeister der Liedkomposition wie Schubert, Schumann, Brahms und Mahler. Immer wieder finden sich in seinem Programm auch Lieder von weniger bis gänzlich unbekannten Komponisten aus diesem Zeitraum.

Bei einem Großteil seiner Liederabende wurde er von Vida Kalojanova oder Hans-Jürgen Schnoor am Klavier begleitet. Mit beiden verbindet ihn eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit.

Neue Musik
Ebenfalls eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Martin Backhaus mit der Schola Heidelberg. Mit ihr wirkte er an unzähligen Uraufführungen mit. Das Ensemble genießt nicht nur in Deutschland, sondern durch seine Konzerte in Spanien, Italien, Portugal, Niederlande, Norwegen, USA und Kanada auch international ein hohes Ansehen. 

Oper
Erste Erfahrungen mit dem Musiktheater machte Martin Backhaus an der Neuköllner Oper in Berlin, vor allem mit der Produktion Puppchens Schlagerparade 1912.

Mit dem Vocalconsort Berlin tritt er seit 2004 in Purcells Dido und Aeneas auf. Diese legendäre Inszenierung von Sasha Waltz war mittlerweile in vielen Ländern Europas, Israel, Australien und Argentinien zu sehen. Im November 2026 wird diese Inszenierung an der Staatsoper Berlin wieder aufgeführt.

Zwischen 2007 und 2012 sang er mit der Taschenoper Lübeck (TOL) drei Opern in Fassungen für Kinder. Zuerst den Daland im Fliegenden Holländer  von Richard Wagner. Dann die vier Bösewichter in  Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach. Und zuletzt den Bassa Osmin, eine Verschmelzung von Bassa Selim und Osmin in Mozarts Entführung aus dem Serail

Derzeit wirkt er als Teil des Ensembles Cantus Thuringia mit bei Opernaufführungen im Rahmen der Internationalen Gluck-Festspiele 2026 und der Musikfestspiele Potsdam.